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Der große Antwort-Check 2019: Wie antworten Ihre Abgeordneten?

Schon wieder ein Jahr rum: Pünktlich zu den Zeugnisnoten in jedem Bundesland vergibt auch abgeordnetenwatch.de Noten. Und zwar für das Antwortverhalten der Bundestagsabgeordneten. Wer reagiert besonders zuverlässig auf Fragen von Bürgerinnen und Bürger? Wir haben die Antwortquote auch 2019 wieder in Zeugnisnoten für Sie umgerechnet.

2017 konstituierte sich der 19. Bundestag – die Regierung kam erst Monate später. Seit der Europawahl gibt es personelle Veränderungen und viele Diskussionen; im Herbst ist offiziell Halbzeit: Dann wollen CDU/CSU und SPD laut Koalitionsvertrag prüfen, wie erfolgreich die von beiden Seiten eigentlich nicht gewollte Große Koalition arbeitet. Neuwahlen nicht ausgeschlossen? Noch wehren die Fraktionen ab.

Trotzdem bleibt die Zeit natürlich nicht stehen und es wird Politik gemacht. Auf abgeordnetenwatch.de können Bürgerinnen und Bürger die 709 Abgeordneten jederzeit öffentlich befragen: Zu bundesweiten, aber auch wahlkreisrelevanten Fragen gingen seit September 2017 schon fast 10.000 Fragen ein. Antworten die Politiker*innen auch? Die Antwort lautet: Die Mehrheit der Abgeordneten freut sich über den direkten Draht zur Wählerin.

Wir haben uns genauer angesehen, wer wie viele Fragen beantwortet hat. Ob die Antworten Sie inhaltlich überzeugen, darüber sagt die Quote natürlich nichts.

Wenn Sie herausfinden möchten, was Ihre Abgeordneten konkret geantwortet haben, schauen Sie hier nach – Eingabe der Postleitzahl genügt.

Welche Note hat Ihr*e Wahlkreisabgeordnete*r erhalten? Das Ergebnis finden sie in der folgenden Übersicht. Die Listen sind alphabetisch nach Bundesländern geordnet, für die die Zeugnisnoten bereits feststehen (weitere Bundesländer werden nachgetragen, sobald dort die Sommerferien begonnen haben). Da alle Abgeordneten einem bestimmten Bundesland zugeordnet ist, haben wir ebenfalls diese Aufteilung gewählt.

Ganz unten finden Sie auch die Zeugnisnoten der Vorjahre verlinkt.

Wie haben wir die Quote errechnet?

Wir berücksichtigen alle Fragen, die bis 15 Tage vor der Zeugnisvergabe gestellt wurden. Die Antworten können dabei noch bis zum Vortag der Zeugnisvergabe (mittags 12 Uhr) eingegangen sein. Sogenannte Standardantworten, also Antworten, die sich inhaltlich nicht auf die Fragen beziehen, sondern z.B. auf andere Kommunikationskanäle verweisen, wurden als keine Antwort gewertet.

Bislang aufgeführt sind Bundestagsabgeordnete aus:

  • 19.06.2019: Berlin, Brandenburg (alle Fragen auf abgeordnetenwatch.de seit den Wahlen im September 2017 bis einschließlich 4. Juni 2019. Bei den Antworten lag der Stichtag am 18. Juni 2019 um 12 Uhr mittags)
  • 26.06.2019: Hamburg (alle Fragen auf abgeordnetenwatch.de seit den Wahlen im September 2017 bis einschließlich 11. Juni 2019. Bei den Antworten lag der Stichtag am 25. Juni 2019 um 12 Uhr mittags)

Berlin (Zeugnisvergabe 19.06.)

                       
  # NACHNAME VORNAME WAHLKREIS PARTEI FRAGEN ANTWORTEN QUOTE NOTE  
  1 Gysi Gregor 84: Berlin-Treptow-Köpenick DIE LINKE 180 180 100% 1 sehr gut  
  2 Steffel Frank 77: Berlin-Reinickendorf CDU 30 30 100% 1 sehr gut  
  3 Luczak Jan-Marco 81: Berlin-Tempelhof-Schöneberg CDU 27 27 100% 1 sehr gut  
  4 Liebich Stefan 76: Berlin-Pankow DIE LINKE 21 21 100% 1 sehr gut  
  5 Grütters Monika 85: Berlin-Marzahn-Hellersdorf CDU 17 17 100% 1 sehr gut  
  6 Ebbing Hartmut 79: Berlin-Steglitz-Zehlendorf FDP 13 13 100% 1 sehr gut  
  7 Schulz Swen 78: Berlin-Spandau-Charlottenburg Nord SPD 7 7 100% 1 sehr gut  
  8 Paus Lisa 80: Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf DIE GRÜNEN 6 6 100% 1 sehr gut  
  9 Meiser Pascal 83: Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost DIE LINKE 4 4 100% 1 sehr gut  
  10 Sommer Helin Evrim ohne festen Wahlkreis DIE LINKE 1 1 100% 1 sehr gut  
  11 Högl Eva 75: Berlin-Mitte SPD 42 41 98% 1 sehr gut  
  12 Felgentreu Fritz 82: Berlin-Neukölln SPD 23 22 96% 1 sehr gut  
  13 Heilmann Thomas 79: Berlin-Steglitz-Zehlendorf CDU 31 29 94% 2 gut  
  14 Kiziltepe Cansel 83: Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost SPD 17 16 94% 2 gut  
  15 Mindrup Klaus 76: Berlin-Pankow SPD 16 15 94% 2 gut  
  16 Wegner Kai 78: Berlin-Spandau-Charlottenburg Nord CDU 14 13 93% 2 gut  
  17 Bayram Canan 83: Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost DIE GRÜNEN 10 8 80% 2 gut  
  18 Künast Renate 81: Berlin-Tempelhof-Schöneberg DIE GRÜNEN 24 19 79% 3 befriedigend  
  18 von Storch Beatrix 75: Berlin-Mitte AfD 24 19 79% 3 befriedigend  
  19 Gelbhaar Stefan 76: Berlin-Pankow DIE GRÜNEN 9 7 78% 3 befriedigend  
  20 Lötzsch Gesine 86: Berlin-Lichtenberg DIE LINKE 8 6 75% 3 befriedigend  
  21 Gröhler Klaus-Dieter 80: Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf CDU 7 5 71% 3 befriedigend  
  22 Pau Petra 85: Berlin-Marzahn-Hellersdorf DIE LINKE 14 8 57% 4 ausreichend  
  23 Kluckert Daniela 76: Berlin-Pankow FDP 10 5 50% 4 ausreichend  
  24 Frömming Götz ohne festen Wahlkreis AfD 1 0 0% 6 ungenügend  
  24 Malsack-Winkemann Birgit ohne festen Wahlkreis AfD 1 0 0% 6 ungenügend  
  25 Curio Gottfried ohne festen Wahlkreis AfD 2 0 0% 6 ungenügend  
  26 Meyer Christoph 80: Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf FDP Noch keine Fragen erhalten keine Wertung  
                       
                       
    Fragen gesamt: 559           NOTE    
    Antworten gesamt: 519           2,3 gut  
                       

 

Brandenburg (Zeugnisvergabe 19.06.)

                       
  # NACHNAME VORNAME WAHLKREIS PARTEI FRAGEN ANTWORTEN QUOTE NOTE  
  1 Baerbock Annalena 61: Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II DIE GRÜNEN 111 111 100% 1 sehr gut  
  2 Schüle Manja 61: Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II SPD 12 12 100% 1 sehr gut  
  3 Springer René 61: Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II AfD 10 10 100% 1 sehr gut  
  4 Koeppen Jens 57: Uckermark - Barnim I CDU 8 8 100% 1 sehr gut  
  5 Schulze Klaus-Peter 64: Cottbus - Spree-Neiße CDU 6 6 100% 1 sehr gut  
  5 Zierke Stefan 57: Uckermark - Barnim I SPD 6 6 100% 1 sehr gut  
  6 Steineke Sebastian 56: Prignitz - Ostprignitz-Ruppin - Havelland I CDU 3 3 100% 1 sehr gut  
  6 Stübgen Michael 65: Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II CDU 3 3 100% 1 sehr gut  
  6 Tackmann Kirsten 56: Prignitz - Ostprignitz-Ruppin - Havelland I DIE LINKE 3 3 100% 1 sehr gut  
  7 Kotré Steffen ohne festen Wahlkreis AfD 1 1 100% 1 sehr gut  
  8 Domscheit-Berg Anke 60: Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I DIE LINKE 13 12 92% 2 gut  
  9 Feiler Uwe 58: Oberhavel - Havelland II CDU 10 9 90% 2 gut  
  10 Müller Norbert 61: Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II DIE LINKE 6 5 83% 2 gut  
  11 Schimke Jana 62: Dahme-Spreewald - Teltow-Fläming III - Oberspreewald-Lausitz I CDU 14 11 79% 3 befriedigend  
  12 Patzelt Martin 63: Frankfurt (Oder) - Oder-Spree CDU 12 7 58% 4 ausreichend  
  13 Reusch Roman ohne festen Wahlkreis AfD 4 2 50% 4 ausreichend  
  14 Ziegler Dagmar 56: Prignitz - Ostprignitz-Ruppin - Havelland I SPD 4 2 50% 4 ausreichend  
  15 Freese Ulrich 64: Cottbus - Spree-Neiße SPD 6 2 33% 5 mangelhaft  
  16 Tiemann Dietlind 60: Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I CDU 9 2 22% 5 mangelhaft  
  17 Kleinwächter Norbert ohne festen Wahlkreis AfD 1 0 0% 6 ungenügend  
  17 Neumann Martin 65: Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II FDP 1 0 0% 6 ungenügend  
  17 Nord Thomas 63: Frankfurt (Oder) - Oder-Spree DIE LINKE 1 0 0% 6 ungenügend  
  18 Teuteberg Linda 61: Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II FDP 7 0 0% 6 ungenügend  
  18 von der Marwitz Hans-Georg 59: Märkisch-Oderland - Barnim II CDU 7 0 0% 6 ungenügend  
  19 Gauland Alexander 63: Frankfurt (Oder) - Oder-Spree AfD 26 0 0% 6 ungenügend  
     
                       
    Fragen gesamt: 284           NOTE    
    Antworten gesamt: 215           3,1 befriedigend  
                       
                       

Hamburg (Zeugnisvergabe: 26.06.)

                       
  # NACHNAME VORNAME WAHLKREIS PARTEI FRAGEN ANTWORTEN QUOTE NOTE  
  1 Annen Niels 20: Hamburg-Eimsbüttel SPD 51 51 100 % 1 sehr gut  
  2 Bartke Matthias 19: Hamburg-Altona SPD 45 45 100 % 1 sehr gut  
  3 Kahrs Johannes 18: Hamburg-Mitte SPD 41 41 100 % 1 sehr gut  
  4 Weinberg Marcus 19: Hamburg-Altona CDU 29 29 100 % 1 sehr gut  
  5 De Masi Fabio ohne festen Wahlkreis DIE LINKE 21 21 100 % 1 sehr gut  
  6 Hajduk Anja 21: Hamburg-Nord DIE GRÜNEN 17 17 100 % 1 sehr gut  
  7 Özoguz Aydan 22: Hamburg-Wandsbek SPD 15 15 100 % 1 sehr gut  
  7 Ploß Christoph 21: Hamburg-Nord CDU 15 15 100 % 1 sehr gut  
  8 Schinnenburg Wieland 22: Hamburg-Wandsbek FDP 10 10 100 % 1 sehr gut  
  9 Hakverdi Metin 23: Hamburg-Bergedorf - Harburg SPD 8 8 100 % 1 sehr gut  
  10 Sarrazin Manuel 23: Hamburg-Bergedorf - Harburg DIE GRÜNEN 5 5 100 % 1 sehr gut  
  11 de Vries Christoph 18: Hamburg-Mitte CDU 14 13 93 % 2 gut  
  12 Suding Katja 19: Hamburg-Altona FDP 8 6 75 % 3 befriedigend  
  13 Nastic Zaklin 20: Hamburg-Eimsbüttel DIE LINKE 4 2 50 % 4 ausreichend  
  14 Kruse Rüdiger 20: Hamburg-Eimsbüttel CDU 2 1 50 % 4 ausreichend  
  15 Baumann Bernd 19: Hamburg-Altona AfD 7 0 0 % 6 ungenügend  
     
                       
    Fragen gesamt: 292           NOTE  
    Antworten gesamt: 279           1,9 gut  
                       

Weiterführende Links:

Pünktlich zu den Zeugnisnoten in jedem Bundesland vergibt auch abgeordnetenwatch.de Noten: Und zwar für das Antwortverhalten der Bundestagsabgeordneten. Wir haben die Antwortquote auch 2019 wieder in Zeugnisnoten für Sie umgerechnet.

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Lizenz: Der Text auf dieser Seite steht unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA 4.0.

Hauptkategorie: Wahlen & Parlamente

erstellt am: Wed Jun 19 00:02:49 2019 von: Christina Lüdtke


Europarat kritisiert Deutschland für Intransparenz bei der Parteienfinanzierung #kurzerklärt

Ausriss GRECO-Bericht von 2019

In Sachen Parteienfinanzierung hatte GRECO in den vergangenen Jahren mehrfach konkrete Transparenzmaßnahmen von der Bundesregierung eingefordert. Mit dem jüngsten Bericht (pdf), der die bislang dritte Bewertungsrunde abschließt, erhält Deutschland erneut eine deutliche Mahnung. In neun von 20 Punkten habe die Bundesregierung die Empfehlungen aus dem Jahr 2009 nicht in zufriedenstellender Weise geschehen umgesetzt, kritisieren die Korruptionswächter.

Der GRECO-Bericht listet unter anderem die folgenden Versäumnisse auf:

  • Deutschland hat bislang keine Veröffentlichung von Wahlkampfkonten auf Bundesebene eingeführt.
  • Parteispenden werden hierzulande erst ab 50.000 Euro unverzüglich veröffentlicht, obwohl der Europarat seit Jahren eine Absenkung dieser Schwelle fordert.
  • In Deutschland gibt es weiterhin keine Transparenzregeln für Spenden an Kandidierende im Vorfeld von Wahlen.
  • Die Finanzierung von politischen Parteien einerseits sowie Stiftungen und Fraktionen andererseits sind hierzulande noch immer nicht getrennt.
  • Der Grad der Unabhängigkeit bei der externen Prüfung der Jahresabschlüsse der Parteien (Rechenschaftsberichte) wurde nach wie vor nicht verbessert.
  • Die Unabhängigkeit bei der Prüfung der Parteienfinanzierung ist weiterhin nicht sichergestellt, da sie derzeit beim Bundestagspräsidenten (also einem Parteipolitiker) liegt (lesen Sie dazu auch unseren Kommentar "Entzieht dem Bundestagspräsidenten die Aufsicht über die Parteispenden")
  • In Deutschland wird laut Europarat nicht gewährleistet, dass Abgeordnete bei Verstößen gegen die Verhaltensregeln wirksam sanktioniert werden.

In seinem Bericht zeigt GRECO sich ernüchtert über die Versäumnisse der Bundesregierung. Man sei „enttäuscht über den mangelnden Fortschritt“. In Deutschland fehle es am „politischen Willen" für eine Verbesserung des Systems; Deutschland bleibe bei den Transparenzregeln für die Parteienfinanzierung „deutlich hinter den europäischen Standards“ zurück. GRECO fordert die Bundesregierung deswegen auf, sich den empfohlenen Maßnahmen nun mit höchster Dringlichkeit zu widmen.

Dass die Große Koalition die angemahnten Transparenzmaßnahmen alsbald umsetzen wird, ist nicht zu erwarten. In der Vergangenheit hatten die jeweiligen Regierungskoalitionen die GRECO-Rügen weitgehend tatenlos hingenommen. Ein echtes Druckmittel hat die Staatengruppe nicht: Sanktionen gegen Deutschland kann GRECO nicht aussprechen. Daher bleibt es in dem aktuellen Bericht lediglich bei einem weiteren Appell an die Bundesregierung: Haltet uns auf dem Laufenden.

Mit deutlichen Worten hat die Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (GRECO) Deutschland wegen fehlender Transparenzmaßnahmen bei der Parteienfinanzierung kritisiert. Hierzulande gebe es einen „mangelnden politischen Willen, das System zu verbessern“, schreiben die Korruptionswächter in einem aktuellen Bericht. Deutschland liege deswegen „deutlich hinter den europäischen Standards zurück“. Dass die Große Koalition die GRECO-Forderungen demnächst umsetzt, ist unwahrscheinlich.

#KurzErklärt

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erstellt am: Thu Jun 6 15:10:22 2019 von: Mika Parlowsky


Die Lobbykontakte der Bundesregierung

Auszug der Liste mit Lobbygesprächen / Foto des Kanzleramtes

Eine Tabelle mit allen bekannten Lobbykontakten findet sich am Ende des Textes


Die Große Koalition war genau zwei Monate im Amt, als ein einflussreicher Wirtschaftsboss in der Regierungszentrale vorstellig wurde – zum „Antrittsbesuch“, wie die Bundesregierung in ihren Unterlagen vermerkte. Doch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer (BDA) schaute beim frisch vereidigten Kanzleramtschef Helge Braun nicht allein zum Kennenlernen vorbei, sondern hatte noch ein weiteres Anliegen: Den Referentenentwurf der Bundesregierung zum sogenannten "Qualifizierungschancengesetz".

Normalerweise bleiben Lobbykontakte der Regierung wie das Tête-à-Tête vom 14. Mai 2018 im Dunkeln, eine Veröffentlichungspflicht gibt es nicht. Nun aber sind die Aktivitäten von Interessenvertretern zumindest in Ausschnitten sichtbar: Die Große Koalition hat auf Druck der Linksfraktion offengelegt, mit welchen Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren sie seit der Wahl im Herbst 2017 Kontakt hatte.

Gesprächstermine u.a. für Philip Morris, Vattenfall, Mieterbund

In den 75 Regierungsantworten, die abgeordnetenwatch.de zusammengetragen und ausgewertet hat, werden unter anderem hunderte Treffen und Telefongespräche zwischen Lobbyakteuren und hochrangigen Regierungsmitgliedern aufgelistet. Besonders häufig bekamen demnach große Wirtschaftsverbände wie BDI und BDA sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Verdi einen Gesprächstermin mit der Kanzlerin, ihren Ministern und Staatssekretären. Auch Vertreter von Konzernen (Philip Morris, Deutsche Wohnen, Vattenfall u.a.), Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen (AWO, VdK, Mieterbund u.a.) haben sich mit der Bundesregierung getroffen, um über konkrete Gesetzentwürfe zu sprechen. Eine Übersicht über alle von der Regierung mitgeteilten Lobbykontakte finden Sie am Ende dieses Artikels.
 


Gegen eine Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft an der Gesetzgebung hat die Linksfraktion nach eigener Aussage gar nichts einzuwenden, „sondern ganz im Gegenteil: Das ist sogar wichtig“, schreibt sie in ihren Anfragen an die Bundesregierung. Doch transparent müsse es zugehen. Deswegen reicht die Fraktion inzwischen zu fast jedem Gesetzentwurf bei den federführenden Ministerien einen umfangreichen Fragenkatalog zur "Einflussnahme von Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern" ein. Darin will die Oppositionsfraktion unter anderem Folgendes wissen:

  • Sind Forderungen von Lobbyisten in Gesetzentwürfe eingeflossen?
  • Wurden Formulierungsvorschläge von externen Dritten übernommen?
  • Gab es in den Gesetzgebungsverfahren „dienstliche Kontakte“ zwischen Regierungs- und Lobbyvertretern?

Aus den Antworten der Bundesregierung ergibt sich ein aufschlussreiches Bild über die Mitwirkung von Interessenvertretern an der Gesetzgebung.

Vier Beispiele:

Ex-Politiker als Türöffner:

Aus den Regierungsantworten wird deutlich, warum Lobbyverbände und Konzerne gerne Ex-Politiker unter Vertrag nehmen: Diese können auf ihre persönlichen Kontakte zu Parteifreunden in den Ministerien zurückgreifen.

Andreas Storm als MdB (2002)
DAK-Chef Andreas Storm als MdB (2002) | © Dt. Bundestag, MELDEPRESS/Sylvia Bohn

DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm (Foto) etwa klingelte im April 2018 bei Kanzleramtschef Helge Braun wegen des sogenannten "GKV-Versichertenentlastungsgesetz" durch – Storm und Braun saßen jahrelang gemeinsam für die CDU im Deutschen Bundestag.

Martin Pätzold von der Beratungsgesellschaft Baker Tilly telefonierte am 6. September 2018 zur Energiepolitik mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Thomas Bareiß. Beide sind langjährige Parteikollegen, zwischen 2013 und 2017 gehörten sie der Unionsfraktion im Bundestag an. (Ob Pätzold im Auftrag eines Baker Tilly-Kunden bei seinem Parteifreund im Ministerium anrief, geht aus der Regierungsantwort nicht hervor).

Katherina Reiche, Cheflobbyistin vom Verband der kommunalen Unternehmen (VKU), hatte im Mai 2018 ebenfalls Gesprächsbedarf zur Energiepolitik der Bundesregierung. Dazu traf sie sich mit ihrem langjährigen Fraktionskollegen: Kanzleramtschef Helge Braun.

Dokumente unter Verschluss:

Stellungnahmen von Lobbyverbänden

Aus den Regierungsantworten geht hervor, dass mehrere Konzerne und Verbände ihre Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen unter Verschluss halten wollen. Seit der erfolgreichen Transparenzaktion "Gläserne Gesetze" von abgeordnetenwatch.de und FragDenStaat veröffentlicht die Bundesregierung standardmäßig die Schreiben von Lobbyakteuren – seit der letzten Bundestagswahl annähernd 1.500 Stellungnahmen. Doch einige Konzerne und Lobbyverbände sperren sich gegen eine Veröffentlichung. Philip Morris etwa verweigert die Offenlegung seines Schreibens zum Tabakerzeugnisgesetz, die DEKRA will ihre Stellungnahme zum Fahrlehrergesetz nicht freigeben. Auch Lobbyorganisationen aus der Lebensmittelwirtschaft sperrten sich zunächst gegen eine Veröffentlichung – abgeordnetenwatch.de hat die Dokumente schließlich über das Informationsfreiheitsgesetz erhalten (Foto) und sie hier veröffentlicht.

Anrufe beim Arbeitsminister:

Im Arbeitsministerium werden auffallend viele Interessenvertreter telefonisch zu Minister Hubertus Heil (SPD) durchgestellt, zumeist sind es Funktionäre von SPD nahe stehenden Gewerkschaften. So telefonierten Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Sommer 2018 innerhalb weniger Wochen gleich drei Mal mit dem Arbeitsminister über einen Gesetzentwurf zur Rentenversicherung. Auch die Chefs von IG Metall, Verdi und der Chemiegewerkschaft IGBCE bekamen bei Heil einen Telefontermin. In den Regierungsantworten werden insgesamt 45 Telefonate von Interessenvertretern aufgelistet, 20 davon entfallen auf den Arbeitsminister (Stand: 21. Mai 2019).

Änderung nach Lobbyforderung:

In einem Fall, so die Bundesregierung in ihrer Antwort, habe der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) "mehrfach gefordert“, ein bestimmtes Anliegen in einen Gesetzentwurf aufzunehmen. BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer, ein langjähriger Staatssekretär und FDP-Politiker, traf sich unter anderem mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Die Forderung des Lobbyverbandes fand laut Regierung am Ende tatsächlich Eingang in den Gesetzestext, wenn auch in einer anderen Formulierung als vom BDEW vorgeschlagen.

Bundesbildungsministerium
bilderkombinat berlin / bundesministerium für bildung und forschung / Flickr / CC BY 2.0

Tatsächlich ist es wenig verwunderlich, dass Gesetzentwürfe inhaltlich überarbeitet und ergänzt werden. Denn das Gesetzgebungsverfahren dient auch dazu, dass Betroffene aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft frühzeitig auf Probleme oder Versäumnisse in einem Referentenentwurf hinweisen. Das Problem ist jedoch: So gut wie immer bleibt dabei im Dunkeln, auf wessen Anregung ein Gesetzentwurf geändert wird. Ein Großteil der Entwürfe habe eine Änderung erfahren, schreibt die Regierung in ihren Antworten. Doch ob dabei Wünsche von Lobbyisten aufgegriffen wurden, lässt die Große Koalition offen.

Von den Transparenzanfragen der Linken ist die Bundesregierung inzwischen spürbar genervt. Seit Dezember 2018 habe man mehrere Dutzend identische Anfragen beantwortet, nun seien „die Grenzen der Zumutbarkeit erheblich überschritten“, echauffierte sich die Bundesregierung in einer ihrer letzten Antworten. Was die Linksfraktion mit ihren Anfragen betreibe, sei eine „administrative Überkontrolle“. Nüchtern betrachtet sind Parlamentarische Anfragen eines der wichtigsten Oppositionsrechte zur Kontrolle der Regierung.

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Entsprechend gering ist der Elan, mit dem Kanzleramt und Ministerien Auskunft über die Lobbyaktivitäten geben. Manche Fragen werden nur allgemein und oberflächlich abgehandelt, bei anderen – etwa zu Lobbytreffen – kommt lediglich die Spitze des Eisbergs zum Vorschein. Denn die Bundesregierung führt nur Fälle auf, in denen Kanzlerin, Minister und Staatssekretäre in Kontakt mit Lobbyisten standen, und nicht einmal diese Angaben sind vollständig. „Eine Verpflichtung zur Erfassung sämtlicher geführter Gespräche – einschließlich Telefonate – besteht nicht, und eine solche umfassende Dokumentation wurde auch nicht durchgeführt“, schreibt die Regierung. Offen bleibt auch, welche Lobbyisten sich mit den Referenten in den Ministerien, die die Gesetzentwürfe verfasst haben, austauschten.

Linksfraktion droht GroKo mit Klage

Wann kommt ein Lobbyregister?

Bei den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD wurde ein Lobbyregister im letzten Moment aus dem Vertrag gestrichen. Die CDU, die schärfere Transparenzregeln lange Zeit ablehnte, erarbeitet derzeit einen Gesetzentwurf. Aussagen von Fraktionsvize Patrick Schnieder in der FAZ (€) deuten jedoch darauf hin, dass die Union keine Veröffentlichung von Lobbykontakten will.

Wegen der unkonkreten und fehlenden Antworten droht die Linksfraktion dem Kanzleramt nun mit Klage. In einem Beschwerdebrief schrieb Linken-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte am 29. April an Kanzleramtschef Braun: „Die Bundesregierung unterlässt verfassungswidrig die Angabe, warum sie welche Regelungsvorschläge von Interessenvertreter*innen in die Gesetzentwürfe übernommen hat.“ Auch dass die Bundesregierung trotz expliziter Anfrage in mehreren Fällen die Lobbytreffen des Kanzleramtes unter Verschluss hält, ärgert die Oppositionsfraktion. Dafür gebe es „keinen verfassungsrechtlich nachvollziehbaren Grund“. Die Regierung solle die fehlenden Informationen nun nachreichen, fordert Fraktionsgeschäftsführer Korte. Andernfalls müsse man eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht „ernsthaft erwägen“.

Selbst wenn das Verfassungsgericht die Große Koalition zu detaillierten Auskünften verpflichten würde, wäre wenig gewonnen – Lobbyaktivitäten kämen weiterhin nur unvollständig, scheibchenweise und in seitenlangen Regierungsdrucksachen versteckt ans Licht. Dabei ist eine wirklich transparente Lösung recht naheliegend: Ein verpflichtendes Lobbyregister, bei dem die Veröffentlichungspflicht bei den Interessenvertretern liegt. Sie müssten sämtliche Kontakte zur Politik sowie weitere Angaben offenlegen, bei Verstößen gäbe es empfindliche Sanktionen. Eine Mehrheit der Bevölkerung will laut einer aktuellen infratest dimap-Umfrage im Auftrag von abgeordnetenwatch.de derartige Transparenzpflichten.

Dann müsste die Bundesregierung auch nicht länger die Beantwortung von Transparenzanfragen beklagen.

Mitarbeit: Mika Parlowsky, Andrea Knabe


Tabelle zum Herunterladen: odsxlsx


Weitere Berichterstattung zur Recherche:

Von den Lobbytreffen der Regierung bekommt die Öffentlichkeit normalerweise nichts mit. abgeordnetenwatch.de hat nun hunderte Kontakte mit Interessenvertretern zusammengetragen und ausgewertet, die die Große Koalition auf Druck der Linken offenlegen musste. Die Regierungsantworten zeigen unter anderem, wie Lobbyisten vom kurzen Draht zu ihren Parteifreunden in den Ministerien profitieren. Weil die Regierung unvollständige Angaben machte, droht ihr eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

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Politicians: dr-helge-braun Politicians: jan-korte Politicians: hubertus-heil Politicians: dr-martin-patzold Politicians: thomas-bareis Politicians: patrick-schnieder

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erstellt am: Mon May 27 09:45:14 2019 von: Martin Reyher


So arbeiten Lobbyist*innen in Deutschland

Wie arbeiten Lobbyisten

Der Arbeitstag beginnt mit einem dampfenden Kaffee. Ein*e Lobbyist*in und ein*e Politiker*in stehen am Berliner Spreeufer, schlürfen aus ihren Pappbecher und sprechen über einen neuen Gesetzesentwurf. Danach geht der*die Politiker*in in den Bundestag und der*die Lobbyist*in ins Büro. Niemand erfährt, dass dieses Treffen stattgefunden hat.

So oder ähnlich stellen sich viele die Arbeit von Lobbyist*innen vor. Aber wie ist es wirklich? abgeordentenwatch.de hat mit mehreren Interessenvertreter*innen aus verschiedenen Branchen gesprochen, unter anderem aus den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Rüstung und Umwelt. Rufen sie im Ministerium an, um einen Gesetzentwurf zu besprechen? Hilft es, einen Brief an den*die Minister*in zu schreiben? Und was halten die Interessenvertreter*innen von einem Lobbyregister?

„Eine Community, die sich gegenseitig braucht“

Wer denkt, es seien stets die Lobbyist*innen, die auf Abgeordnete zugehen, der irrt. Im Gegenteil: Nach Aussage mehrerer Lobbyist*innen suchen nicht selten Politiker*innen den Kontakt zu ihnen. „Es ist eine Community, die sich gegenseitig braucht“, sagt Hans Christoph Atzpodien, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV). Der Verband vertritt unter anderem die Interessen der Rüstungskonzerne Heckler & Koch und Rheinmetall. „Abgeordnete finden es richtig und wichtig, von Interessenvertretern angesprochen zu werden. Denn wir tragen zur Meinungsbildung von Abgeordneten bei.“

Die Arbeit von Rüstungslobbyist*innen unterscheidet sich in einem Punkt von der in den meisten anderen Branchen. Denn im Bereich der Verteidigung teilen Fachpolitiker und Wirtschaft häufig die gleichen Ziele: Beide Seiten wollen mehr Geld für die Ausstattung der Bundeswehr. Der BDSV-Geschäftsführer Atzpodien sagt, sein Verband vertrete teilweise die gleichen Interessen wie etwa das Verteidigungsministerium, etwa beim Wehretat. „Hier will sowohl das Ministerium als auch der BDSV, dass genügend Budget für die Beschaffung von Industriegütern zur Verfügung steht. Dies gilt ungeachtet dessen, dass wir im Beschaffungsprozess zwei unterschiedliche Marktseiten repräsentieren.“ Im Klartext: Die Regierung will Waffen günstig einkaufen, die Industrie hingegen teuer verkaufen.

Bei ihrer Arbeit setzen Lobbyist*innen zum Teil da an, wo man es vermuten würde: Für die Rüstungslobby sind die verteidigungspolitischen Sprecher*innen der Fraktionen interessant, Autolobbyist*innen sprechen Abgeordnete des Verkehrsausschusses an – und die Abgeordneten aus Baden-Württemberg und Niedersachsen. Denn in diesen Ländern ist die Automobilindustrie stark.

Abgeordnete als Lobbyist*innen?

In einigen Fällen haben Lobbyverbände ihre eigenen Mitglieder im Bundestag sitzen – als Abgeordnete in einer Doppelrolle. So sind mehrere Parlamentarier*innen, die im Nebenberuf als Landwirt*innen tätig sind, Funktionäre im Bauernverband. Laut einer Studie der Universität Bremen zum Lobbyeinfluss in der Landwirtschaftspolitik haben über die Hälfte der Unionsmitglieder im Agrarausschuss des Bundestags einen Posten im Bauernverband inne.

Ein prominentes Beispiel ist Johannes Röring (CDU). Er sitzt im Präsidium des Bauernverbandes und hat als Mitglied des Landwirtschaftsausschusses einen privilegierten Zugang zu Informationen, etwa über bevorstehende Gesetzentwürfe. Da stellt sich die Frage, ob der Interessenverband durch Mitglieder wie Röring schneller an Informationen kommt. Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband verneint das. Vorteile eröffneten sich aber schon: „Später im politischen Prozess, etwa vor Abstimmungen im Bundestag, bietet es sich an, Landwirte im Parlament direkt anzusprechen.“ Es gebe aber auch Landwirt*innen, die eine kritische Haltung zum Bauernverband einnehmen.

Der altmodische Brief

Auch in Zeiten von Smartphones und E-Mails kommt dem altmodischen Brief noch immer eine besondere Bedeutung zu. Denn liegt das Schreiben erst einmal auf dem Tisch eines*r Minister*in, muss es bearbeitet werden. Darum sehen Verbände und Vereine darin ein gutes Instrument – vor allem wenn sie sich an die Führungsebene im Ministerium wenden. Mehrere Gesprächspartner*innen bestätigen, dass ein formaler Brief nachhaltiger sei als ein Telefonat oder eine E-Mail. Nur selten beantworten die Minister*innen solche Briefe persönlich. Sie werden an untere Ministeriumsebenen weitergereicht. Dann, so erzählt es ein Gesprächspartner, sei es gute Praxis, bei dem jeweiligen Referenten anzurufen und das Schreiben anzukündigen: „Du, da kommt übrigens ein Brief von uns. Um den musst du dich wahrscheinlich bald kümmern.“ Das wird als kollegiale Höflichkeit verstanden.

Eine andere Vorgehensweise sieht so aus: Ein Lobbyverein verschickt E-Mails an alle Fraktionen und verbindet das mit einem Gesprächsangebot zu dem Thema. Dann wartet er darauf, welche*r Politiker*in sich meldet und mehr dazu wissen will. Und schon ist man im Gespräch.

Dreimal täglich im Ministerium anrufen

Veranstaltungen von Verbänden und Unternehmen wie Parlamentarische Abende dienen dazu, Kontakte zu Entscheidungsträger*innen zu knüpfen und Informationen streuen. Dann kommen Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Wirtschaftsvertreter*innen beim Buffet zusammen. Manche Lobbygruppen legen dabei Wert auf ein Programm mit vielen Fachinformationen. Anderen geht es eher darum, Kontakte zu erhalten oder aufzubauen. Inhalte werden dann auf Fachtagungen, Podiumsdiskussionen oder Infoveranstaltungen besprochen, die Verbände oder NGOs organisieren. Dabei sei es wichtig, kontinuierlich Präsenz zu zeigen und als kompetente*r Ansprechpartner*in wahrgenommen zu werden, erzählt ein Interessenvertreter.

Doch die Initiative geht nicht immer von den Lobbygruppen selbst aus. Bei Bedarf laden die Ministerien zu offiziellen oder inoffiziellen Gesprächen ein. Wie eng der Kontakt zwischen Ministerien und Lobby-Vertreter*innen ist, hängt davon ab, in welcher Phase die Gesetzgebung gerade steckt. In heißen Phasen telefoniere man dreimal am Tag mit dem Ministerium, dann wieder monatelang gar nicht, berichten mehrere Lobbyist*innen.

Meist setzen Interessenvertreter*innen auf den unteren Ministeriumsebenen an. Dort sind Fachreferate angesiedelt. Die Referent*innen setzen sich inhaltlich mit Themen auseinander und bringen den ersten Entwurf eines Gesetzes zu Papier. Damit sitzen in den Referaten wichtige Kontaktpersonen für Lobbyist*innen. Denn über technische Details spricht man nicht mit dem*der Minister*in, sondern mit ihren Mitarbeiter*innen. Je weiter ein Gesetzesentwurf Form annimmt, desto politischer werden die Gespräche. Dann wenden sich Lobbyist*innen an höhere Ebenen, bis hinauf zum*r Staatssekretär*in oder dem*der Minister*in.

Zufällige Begegnungen

Während sich Lobbyist*innen und Politiker*innen in Berlin auch mal zufällig begegnen, müsse man in Brüssel seine Besuche genauer planen, erzählt ein Gesprächspartner. Denn in der europäischen Hauptstadt gibt es noch einmal deutlich mehr Interessenvertreter*innen und politische Institutionen. Auch weil inzwischen immer mehr Entscheidungen auf EU-Ebene getroffen werden, haben viele Verbände und Unternehmen ein eigenes Lobby-Büro in Brüssel oder sind in einem europäischen Dachverband organisiert.

Eine Gesprächspartnerin berichtet, dass die Arbeit der Automobilindustrie in Brüssel nach dem Abgas-Skandal viel schwieriger geworden sei. Denn dort sei der Imageverlust der Branche deutlicher zu spüren als in Deutschland.

Angst vor strengen Regeln

Bleibt noch das Thema Transparenz. Wer annimmt, Interessenvertreter*innen hätten grundsätzlich etwas gegen Offenheit, liegt falsch. Einige sprechen sich für ein Lobbyregister aus, in dem sie ihre Kontakte mit Politiker*innen öffentlich dokumentieren müssten. Auch das Kaffee-Treffen an der Spree müsste dann aufgeschrieben werden. Allerdings sehen andere in der Dokumentationspflicht ein „Bürokratiemonster“, das sie am liebsten verhindern wollen. In den Gesprächen äußern sie Bedenken, dass bestimmte Themen öffentlich zu sehr hochkochen oder es den Wettbewerb verzerrt, wenn ihre Treffen mit Politiker*innen öffentlich würden.

In der Bevölkerung ist die Meinung zu mehr Lobbytransparenz dagegen ziemlich eindeutig, wie eine aktuelle Umfrage von infratest dimap im Auftrag von abgeordnetewatch.de zeigt. 77 Prozent der Befragten wollen demnach die Veröffentlichung von Treffen zwischen Politik und Interessenvertreter*innen in einem Lobbyregister.

Lobbyist*innen haben nicht den besten Ruf. Das liegt auch daran, dass die Öffentlichkeit nur schwer nachvollziehen kann, was sie machen. Doch wie arbeiten Lobbyakteur*innen in Deutschland wirklich? abgeordnetenwatch.de hat mit mehreren Interessenvertreter*innen über ihre politische Einflussnahme gesprochen - und über die Forderung nach mehr Transparenz.

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erstellt am: Thu May 9 10:10:10 2019 von: Sabrina Winter


Parteispenden-Stopp von Daimler: Politik im Panikmodus

Symbolfoto Unternehmensspenden

Dass Daimler künftig keine Spenden mehr an Parteien überweisen will, kam bei einigen in der Politik gar nicht gut an – um es zurückhaltend zu sagen:

Für viele Parteien war die Daimler AG lange Zeit ein verlässlicher Geldgeber. FDP, CSU und Grüne bekamen zuletzt alljährlich 40.000 Euro aus Bad Canstatt, CDU und SPD konnten jeweils 100.000 Euro einplanen. Doch damit ist vorerst Schluss. Ein Daimler-Sprecher erklärte gegenüber abgeordnetenwatch.de, man wolle in diesem Jahr den Schwerpunkt auf Projekte in den Breichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft, Kunst und Kultur legen. „Wir werden das Thema Parteispenden jedes Jahr neu bewerten.“

So schmerzlich das Ausbleiben der Daimler-Überweisungen für die Parteien auch sein mag – wirtschaftlich fällt dies kaum ins Gewicht. Allein im Jahr 2017, so die aktuellsten verfügbaren Zahlen, nahmen die genannten Parteien zwischen 38,7 Mio. (FDP) und 166 Mio. Euro (SPD) ein. Der Wegfall der Zahlungen wird keine Partei in finanzielle Schieflage bringen.

Politik im Panikmodus

Was die Politiker von Union und FDP in den Panikmodus verfallen ließ, dürfte etwas anderes gewesen sein. Was, wenn der Daimler-Rückzug nur der Anfang war – und demnächst auch andere Unternehmen ihre Spenden einstellen? 

Ein Wegfall der Zahlungen aus der Wirtschaft würde die Unionsparteien und die FDP jedenfalls sehr viel empfindlicher treffen als SPD und Grüne (s. Grafik). Bei der CSU stammte im Wahljahr 2017 beispielsweise jeder achte eingenommene Euro von einem Unternehmen oder einem Interessenverband. Auch in Jahren ohne Wahlen, wenn das Spendenaufkommen deutlich geringer ist, zeigt sich bei Union und FDP eine sehr viel stärkere Abhängigkeit von den Geldern aus der Wirtschaft.

Doch die Sorge, dass auch andere Großkonzerne den Parteien bald den Geldhahn zudrehen, ist zumindest für die nahe Zukunft unbegründet. Dies zeigt eine abgeordnetenwatch.de-Umfrage unter Großspendern der vergangenen Jahre. 

Evonik, Sixt und Philip Morris wollen weiter spenden

Für Evonik, Dr. Oetker, Philip Morris, Sixt, Trumpf AGTheiss Naturwaren und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft ist eine Streichung der Parteispenden nach eigenen Aussagen derzeit kein Thema. Die Allianz-Versicherung erklärte, erst zur Jahresmitte über „die Empfänger und Höhe von Spenden“ zu entscheiden – eine Abkehr von der bisherigen Spendenpraxis ist auch dort offenkundig nicht beabsichtigt. 

Eine BMW-Sprecherin teilte mit, der Konzern habe „das Verfahren der Parteienunterstützung“ bereits seit 2013 umgestellt. Bis dahin hatte BMW den Parteien Fahrzeuge zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt; der Gegenwert war als Spende in den Rechenschaftsberichten aufgeführt worden.

Die Berenberg Bank erklärte kurz und knapp, man treffe seine „Entscheidungen unabhängig von denen anderer Unternehmen“.

DVAG, Bosch und der FDP-Großspender R & W Industriebeteiligungen reagierten bis zur Veröffentlichung des Textes nicht auf die abgeordnetenwatch.de-Anfrage. Anhaltspunkte dafür, dass diese Unternehmen künftig auf Zuwendungen verzichten, gibt es nicht. 

Parteispenden von Konzernen widersprechen eigentlich der profitorientierten Logik von Wirtschaftsbetrieben. Denn wer zehn- oder gar hunderttausende Euro an Parteien überweist, schmälert den Gewinn des Unternehmens (anders als bei Privatpersonen lassen sich die Spenden auch nicht steuerlich absetzen). Konzerne führen als Grund für ihre Zuwendungen gerne die Förderung der Demokratie an. Doch dass sich der größte Geldregen ausgerechnet über die Regierungsparteien ergießt, lässt Zweifel an den selbstlosen Motiven aufkommen.

Verbandsinterner Zwist wegen Parteispenden

Die höchsten Spendensummen kassierten die Parteien in den vergangenen Jahren allerdings nicht von Konzernen, sondern von großen Interessenverbänden. Auch von ihnen ist in absehbarer Zukunft wohl kein Spenden-Stopp zu erwarten. „Wir planen derzeit nicht, unsere Spendenpraxis zu verändern“, erklärte ein Sprecher des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) auf abgeordnetenwatch.de-Anfrage. Südwestmetall und der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) verwiesen darauf, dass man sich erst zum Jahresende mit dem Thema Parteispenden befassen werde. Beim VBM kam es wegen der Spendenaktivitäten vor einigen Jahren einmal zu einem internen Zwist, als Audi die Verbandsführung öffentlich wegen der Zahlungen an die Parteien kritisierte. Spürbare Auswirkungen hatte der Zank im Jahr 2010 nicht: Der Bayerische Metallverband hat seitdem mehrere Millionen Euro an die Parteien – vor allem an die Regierungspartei CSU – überwiesen.

Im Deutschen Bundestag wird derzeit über einen Antrag zum Verbot von Parteispenden aus der Wirtschaft beraten. Es sei undemokratisch, dass Großspenden von Unternehmen das Werben der Parteien um Unterstützung für ihre Politik beeinträchtigen können, heißt es in der Begründung. Im Klartext: Eine Partei, die hunderttausende Euro von Unternehmen oder Lobbyverbänden erhält, kann mehr Plakate drucken und mehr Anzeigen buchen als ein Mitbewerber ohne finanzkräftige Unterstützung aus der Wirtschaft.

Aussicht auf Erfolg hat der Antrag allerdings nicht. Er stammt von der Linkspartei, die nach eigenen Angaben keinerlei Spenden aus der Wirtschaft annimmt – als einzige Partei im Deutschen Bundestag.

Mitarbeit: Catharina Köhnke, Mika Parlowsky


"Verantwortungslos, Demokratie gefährdend, dumm": Mit Empörung haben Parteivertreter auf den Spenden-Stopp von Daimler reagiert – der FDP-Schatzmeister will dem Konzern sogar einen Protestbrief schreiben. Die Politiker treibt offenbar die Sorge um, dass bald weitere Unternehmen den Geldhahn zudrehen werden. Diese denken jedoch nicht daran, wie eine abgeordnetenwatch.de-Umfrage zeigt. Unterdessen liegt im Bundestag ein Antrag, der Parteispenden aus der Wirtschaft verbieten will. 

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Politicians: thomas-bareis Politicians: dr-hermann-otto-solms

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Hauptkategorie: Parteispenden

erstellt am: Fri May 3 12:04:03 2019 von: Martin Reyher


Rechnungshof kritisiert Zweckentfremdung von Steuergeldern durch Fraktionen #KurzErklärt

Rechnungshofberichte zu Fraktionsfinanzen 2013 (Deckblätter)

Prüfberichte des Bundesrechnungshofes zu den Fraktionsfinanzen bekommt die Öffentlichkeit normalerweise nicht zu Gesicht. Doch nun haben die staatlichen Prüfer die Dokumente überraschend ins Internet gestellt. Die Berichte stammen aus dem April 2017 und betreffen das Wahljahr 2013. Sie belegen zum Teil eklatante Verstöße.

Für die Fraktionen, die sich über öffentliche Zuschüsse aus Steuermitteln finanzieren, gelten strikte Regeln. Zwar dürfen sie über ihre Arbeit im Parlamentsalltag informieren, Wahlwerbung ist den Bundestagsfraktionen jedoch ausdrücklich untersagt. Dennoch seien die ihnen anvertrauten Gelder für unzulässige Parteiwerbung zweckentfremdet worden, kritisiert der Rechnungshof. In einigen Fällen wurden Unterlagen vernichtet. 

"Im erheblichen Umfang rechtswidrig"

Dem Bericht zufolge setzten alle damals im Bundestag vertretenen Fraktionen* die Steuergelder teilweise "zweck- und rechtswidrig“ für Parteiaufgaben ein: Union und Grüne in "einzelnen Fällen", SPD und Linke in "mehreren Fällen". Am deutlichsten fallen die Rügen der Rechnungsprüfer im Fall der FDP aus: 

  • Öffentliche Mittel seien von der FDP-Fraktion „in erheblichem Umfang (…) zweck- und damit rechtswidrig für Parteiaufgaben“ eingesetzt worden, beispielsweise für Kinospots im Vorfeld der Bundestagswahl. 
  • Die FDP-Fraktion habe nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag 2013 "viele Unterlagen vernichtet", obwohl sie diese hätte aufbewahren müssen. Es gebe „zahlreiche Anhaltspunkte“ dafür, dass „viele“ der nun nicht mehr prüfbaren Vorgänge nicht ordnungsgemäß waren.
  • Der Rechnungshof attestiert der FDP außerdem „zahlreiche Verstöße“ gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit, insbesondere im Zusammenhang mit einer Medienagentur. So habe die Fraktion „niemals“ Unterlagen über die tatsächlich entstandenen Kosten angefordert, sondern stets den im Kostenvoranschlag aufgeführten Preis gezahlt. (Der Name der Agentur ist im Rechnungshofbericht unkenntlich gemacht. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei um ein Unternehmen handelt, an dem die FDP direkt oder indirekt beteiligt ist. Dazu zählen seit vielen Jahren Agenturen wie Universum Kommunikation und Medien AG oder die ProLogo GmbH.)

Zu den übrigen Bundestagsfraktionen* führt der Rechnungshof unter anderem aus:

  • Bei der Linksfraktion seien Unterlagen über die Verwendung öffentlicher Mittel "zum Teil" nicht (mehr) vorhanden. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass diese nun nicht mehr prüfbaren Vorgänge "teilweise“ nicht ordnungsgemäß waren. Zudem habe die Linksfraktion „in mehreren Fällen" öffentliche Mittel „zweck- und damit rechtswidrig“ für Parteiaufgaben eingesetzt, etwa durch unrechtmäßige Wahlkampfzuschüsse an Direktkandidierende in Höhe von insgesamt rund 24.000 Euro. 
  • Die SPD-Fraktion habe "in mehreren Fällen" öffentliche Mittel zweck- und damit rechtswidrig für parteiwerbende Zwecke ein. So seien beispielsweise 36 Veranstaltungen in der Schlussphase von Wahlkämpfen auf Bundes- und Landesebene unzulässig gewesen, da diese den Charakter von Parteiveranstaltungen gehabt hätten. „Die Bundestagsfraktion hätte daher für diese Veranstaltungen nicht rund 15.800 Euro zuzüglich Porto ausgeben dürfen“, so der Rechnungshof.
  • Bei CDU/CSU und Grünen seien "in einzelnen Fällen" öffentliche Mittel zweck- und damit rechtswidrig eingesetzt worden. Die Grünen etwa hätten zwei Ausgaben ihrer Fraktionszeitschrift wegen des werbenden Charakters nicht aus dem Fraktionsbudget finanzieren dürfen. Bei der Union rügte der Rechnungshof beispielsweise eine Facebook-Anzeige, bei der die Sachbotschaft „wenig konkret“ gewesen sei, sondern wahlwerbend und damit unzulässig.

Fraktionen erschwerten Zugang zu Prüfberichten

Die Bundestagsverwaltung hat eine "parteienrechtliche Prüfung" eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen ist, so ein Parlamentssprecher auf Anfrage von abgeordnetenwatch.de. Außerdem gebe es eine "fraktionsrechtliche Bewertung" des Sachverhalts. Sollten Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen nachgewiesen werden, droht die Rückzahlung der öffentlichen Zuschüsse – bei einem Verstoß gegen das Parteiengesetz auch empfindliche Strafzahlungen.

Dass der Rechnungshof die Prüfberichte kürzlich veröffentlicht hat, geht offenbar auf die erfolgreiche Klage eines Journalisten zurück. Vor einigen Jahren war die Herausgabe dieser Unterlagen deutlich eingeschränkt worden. Bis 2013 konnten Rechnungshofberichte von allen Interessierten über das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) angefordert werden, dann wurde das Gesetz geändert: Der Bundesrechnungshof muss einer Herausgabe seitdem zustimmen (Präsident der Behörde ist übrigens ein langjähriger CDU/CSU-Fraktionsdirektor). Den Zugang erschwert hatten im Juni 2013 die Betroffenen der Rechnungshofprüfungen: die Fraktionen von Union, SPD, FDP, Grünen und Linken. Die von ihnen beschlossene Gesetzesänderung war so gut getarnt, dass sie lange Zeit niemandem auffiel.

Quellen:


* Die AfD war nicht Gegenstand der Überprüfung durch den Bundesrechnungshof, da diese 2013 noch nicht dem Deutschen Bundestag angehörte.

Völlig überraschend hat der Bundesrechnungshof kürzlich seine Prüfberichte über die Verwendung von Steuergelder durch die Bundestagsfraktionen veröffentlicht. Darin führen die Rechnungsprüfer zahlreiche kleinere und größere Belege dafür auf, wie im Wahljahr 2013 öffentliche Gelder zweckentfremdet wurden. Bei einer Fraktion waren die Verfehlungen besonders eklatant.

#KurzErklärt

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erstellt am: Tue Apr 30 08:02:42 2019 von: Martin Reyher